Bild aus dem Stellenmarkt der Berliner Morgenpost v. 18.07.2004

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Die verrücktesten Stellengesuche

Plakat mit durchschlagendem Erfolg
Foto: Fotostudio Urbschat
Plakativ – Suche per Aushang

Mit 14 Plakaten ging Stefan Ecke (38) auf Arbeitssuche. 11 Tage lang hingen seine Bewerbungsplakate an 14 verschiedenen Orten in ganz Berlin: „Vertriebsprofi sucht Job“, dazu Handynummer und E-Mail-Adresse.

Zu seiner Marketing-Strategie gehörte auch die Präsenz in den Medien, er gab Interviews am laufenden Band. Und schon am ersten Tag hagelte es über 20 Angebote. Die meisten lehnte er allerdings ab, sie entsprachen nicht seinen Vorstellungen.

 

TV-Beitrag am 16.07.03

 

NEUN LIVE - Sendung vom 27.07.03

           

Radiointerview vom 05.08.03

Kreative Bewerbung
Nichts ist in Deutschland zur Zeit so begehrt wier ein fester Job. Aber wie kommt man daran, fragen sich über 4 Millionen Arbeitslose. Zum Beispiel mit einer kreativen Bewerbung. Stefan Ecke sucht einen Job als Vertriebsprofi und hat sein Schicksal nicht dem Zufall oder dem Arbeitsamt überlassen. Stattdessen hat er in Berlin riesige Plakate von sich aufhängen lassen, auf denen Stefan Ecke mit Boxhandschuhen zu sehen ist: "Ich kämpfe für meinen Job" steht drüber und seine Handynummer auch.
 www.vertriebsprofi-sucht-job.de
Gesendet am: 18. August 2003

Sat1 Beitrag im Regionalprogramm 17:30 vom 20.06.2003

 

Sendung in der ARD vom 30.06.03, 0.00 Uhr

Verknüpfung zur Videodatei von Polyluxl

Ausgabe vom 30.06.03, Seite 73

 

Financial Times Deutschland vom 27.06.03

 

Der Tagesspiegel aus Berlin vom 21.06.03

Ein Mann boxt sich durch

Mit Großplakaten bewirbt sich Stefan Ecke um einen neuen Job

Durchsetzungsfähigkeit gilt gemeinhin im Berufsleben als wichtig. Auf der Suche nach einem Job ist es durchaus förderlich, auf diese Eigenschaft verweisen zu können. Was ein Boxer mit seinen Fäusten erledigt, muss ein Vertriebsprofi allerdings mit seinen kommunikativen Fähigkeiten bewerkstelligen. „Meine Stärke . . . Kommunikation“ – mit diesem Titel ist deshalb das Großplakat überschrieben, mit dem Stefan Ecke einen Job im Vertriebsbereich sucht. An 12 Standorten – unter anderem an den Yorckbrücken, an der Stresemannstraße und am Schöneberger Ufer – zeigt Ecke jetzt zehn Tage lang die Fäuste. Mit der Aktion will der 38-Jährige „der Arbeitslosigkeit ein Gesicht geben“. Angesichts der 311 000 Arbeitslosen in der Stadt wollte der gelernte Industriekaufmann, der acht Jahre im Vertrieb in der Telekommunikationsbranche tätig war, etwas Besonderes machen, um aufzufallen. Denn ein Jahr lang war Ecke arbeitslos. Knapp 350 Bewerbungen brachten nicht den gewünschten Job. Im Februar folgte mit Hilfe des Überbrückungsgeldes vom Arbeitsamt der Schritt in die Selbstständigkeit. Aber Chancen sieht er für sich als Einzelkämpfer in der Branche nicht: „Als One-man-Show gehe ich unter.“ Für seine Plakat-Aktion setzte er sich das Ziel, Geldgeber zu finden, die ihm das Ganze bezahlen. Und er war dabei erfolgreich. Beim Fotostudio Urbschat etwa fand man die Idee so gut, dass dort die Fotos gestaltet wurden. Und auch der Marketingleiter von Getränke Hoffmann, Mario Benedikt, war von dem Engagement Eckes so angetan, dass er als Sponsor einsprang.

Quelle: Der Tagesspiegel aus Berlin vom 21.06.03

Berliner Morgenpost vom 21.06.03

 

Job weg, arbeitslos. 311 796 Berliner wissen, wie es ist, wenn man "abgebaut wird", waren im Mai arbeitslos gemeldet. Der erste Weg führt immer noch zum Arbeitsamt - auch weil es dort neue Jobs gibt. Doch die Vermittlungsquote in Berlin ist dürftig: Etwa fünf Prozent der Gemeldeten finden über die Behörde eine neue Stelle. Die Quote war Stefan Ecke zu schlecht, er ergriff selbst die Initiative. Kämpferisch. Mit roten Boxhandschuhen ließ er sich ablichten und 3,56 mal 2,52 Meter groß aufziehen. Seine Plakate, das wohl größte Bewerbungsfoto der Welt, kleben seit gestern überall in der Stadt.

Stefan Ecke sucht seit einem Jahr eine neue Herausforderung. "Im Heer der mehr als vier Millionen Arbeitslosen geht man als Einzelner unter", sagt der Vertriebsprofi, der mit seiner Aktion der "Arbeitslosigkeit ein Gesicht geben will". Nach ergebnislosen Terminen beim Arbeitsamt und erfolglosen Bewerbungen reifte die Idee eines Stellengesuchs im Großformat. Die Fotografinnen Daniela und Nicole Urbschat waren die ersten, die den 38-Jährigen tatkräftig unterstützen. Und Sponsoren hat Ecke auch gefunden. "Ohne Mäzene würde diese Aktion sicher 8000 Euro kosten", schätzt Ecke. Der Aufwand hat sich gelohnt. Gestern früh um 6.39 Uhr nach einer Meldung im Radio hatte er das erste Jobangebot.

Quelle: Berliner Morgenpost vom 21.06.03

Die Welt, Berliner-Ausgabe vom 21.06.03

 

Jobsuche im Plakat- und Postkarten-Format

von Nikolaus Doll und Marianne Rittner

Job weg, arbeitslos. 311 796 Berliner wissen, wie es ist, wenn man "abgebaut wird", waren im Mai arbeitslos gemeldet. Der erste Weg führt immer noch zum Arbeitsamt - auch weil es dort neue Jobs gibt. Doch die Vermittlungsquote in Berlin ist dürftig: Rund fünf Prozent der Gemeldeten finden über die Behörde eine neue Stelle. Die Quote war Stefan Ecke zu schlecht, er ergriff selbst die Initiative. Kämpferisch. Mit roten Boxhandschuhen ließ er sich ablichten und 3,56 mal 2,52 Meter groß aufziehen. Seine Plakate, das größte Bewerbungsfoto der Welt, kleben seit gestern überall in der Stadt.

Stefan Ecke sucht seit einem Jahr eine neue Herausforderung. "Im Heer der mehr als vier Millionen Arbeitslosen geht man als Einzelner unter", sagt der Vertriebsprofi, der mit seiner Aktion der "Arbeitslosigkeit ein Gesicht geben will". Nach unnützen Terminen beim Arbeitsamt und zahlreichen erfolglosen Bewerbungen reifte bei ihm die Idee eines Stellengesuchs in Großformat. Daniela und Nicole Urbschat, bekannte Fotografinnen, waren die Ersten, die den 38-Jährigen tatkräftig unterstützten. Sie hatten auch die Idee, ihn in feinem Zwirn und Boxhandschuhen um einen Job kämpfen zu lassen. Zwei Monate brauchte Ecke, um genügend Sponsoren zu finden. "Ohne Mäzene würde diese Aktion sicher 8000 Euro kosten", schätzt Ecke. Der Aufwand hat sich für ihn auf alle Fälle gelohnt. Schon gestern früh um 6.39 Uhr, nach einer Meldung im Radio, hatte er das erste Jobangebot, am Nachmittag waren es bereits 20.

Darauf muss Günter Vent noch warten. Er hat keine Sponsoren, aber eine nicht minder originelle Idee: Der arbeitslose Bäckermeister und Verkaufsleiter wirbt für sich im Postkartenformat, verteilt seit einigen Tagen sein Konterfei mit Kurzporträt in Bars und Restaurants. Jobangebote vom Arbeitsamt? "Fehlanzeige, nix dabei. Die haben alleine drei Monate gebraucht, um das erste Geld zu überweisen", so Vent. Auch Blindbewerbungen, 60 seit September vergangenen Jahres, hatten keinen Erfolg. "Sie haben 300 Mitbewerber, hieß es mehrfach", seufzt Vent. Aber man muss doch Arbeit bekommen, wenn man arbeiten will und qualifiziert ist, meinte der 37-Jährige und investierte 290 Euro in die ungewöhnliche Selbstvermarktung. Die Karten-Idee soll der große Wurf werden, doch wirkt ein Stellengesuch als Wurfpost? "Mit der Karte fällt man auf, erst recht im Restaurant", sagt Clemens Glade von der Agentur Ost-West-Beziehung, der die Idee zur Job-Postkarte "hopp to job" hatte. Selbst der Sprecher des Landesarbeitsamtes, Olaf Möller, findet die Idee gut: "Plakativ, das muss Erfolg haben. Aber sich so zu outen, ist bestimmt nicht jedermanns Sache."

Quelle: Die Welt, Berliner-Ausgabe vom 21.06.03

Berliner Zeitung vom 21.06.03

Mit 14 Plakaten auf Jobsuche

Stefan Ecke sucht auf ungewöhnliche Art Arbeit - und lehnt Angebote ab

Der erste Anruf ist um 6.39 Uhr auf dem Handy von Stefan Ecke eingetroffen. Bis zum Mittag hat sich die Zahl der Anrufe schon auf mindestens zehn erhöht. Und zu dieser Zeit wirkt der 38-Jährige bereits leicht genervt. Stefan Ecke will eigentlich nicht länger arbeitslos sein. An 14 Stellen in der gesamten Stadt kleben deshalb seit Freitag elf Tage lang Plakate, auf denen steht "Vertriebsprofi sucht Job!". Ecke zählt einige Standorte auf: die Parkkolonnaden am Potsdamer Platz, am Schöneberger Ufer, am Halleschen Ufer und am U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße. Parallel gibt der Kommunikationsprofi Interviews am laufenden Band, in Radiosendern, vor Fernsehkameras - dabei natürlich immer lächelnd. Nicht nur die Staubsaugerfirma Vorwerck nimmt das Werben des Mannes durchaus wörtlich und bietet ihm auf der Stelle Arbeit an. Doch die bislang eingetroffenen Stellen behagen Ecke nicht. "Fast alles im Vertrieb. Ich überlege mir noch, wie ich möglichst freundlich absage", sagt der junge Mann. Ecke schwebt eher eine Tätigkeit im Sportmanagement vor.

Acht Jahre lang war Ecke in der Kommunikationsbranche tätig - unter anderem bei worldcom. Zuletzt ist ihm vor eineinhalb Jahren, wie er sagt, eine "Fahrlässigkeit" unterlaufen: Ecke reichte von sich aus die Kündigung ein, um als Personalchef nicht Entlassungen in der krisengeschüttelten Branche aussprechen zu müssen: "Das liegt mir nicht." Der Versuch, wieder freiberuflich auf die Beine zu kommen, geht allerdings auch schief.

So entwickelt Ecke die Idee, sich selbst auf Plakatwänden anzupreisen - mit Handynummer und Mail-Adresse. Wochenlang sucht er dafür Sponsoren und findet schließlich Daniela und Nicole Urbschat. Beide Frauen betreiben ein großes Fotostudio am Kurfürstendamm und sollen - noch mit anderen Ungenannten - etwa 8 000 Euro für die Aktion bezahlt haben. "Herr Ecke möchte ein Zeichen setzen und anderen Leuten mit ähnlichen Schicksalen Mut machen", sagt Daniela Urbschat. Die Fotografin sagt aber auch, dass das mit dem Anspruch der Urbschats konform gehe, gute Bewerbungsfotos zu machen. Die Schwestern verteilen umfangreiche Werbemappen über das "erfolgreichste Studio" in Deutschland. Dazu gibt es Sekt und Selters.

Ecke erzählt unterdessen, dass seine Eltern bisher nichts von seinem PR-Gag wissen. Freunde seien zwar zunächst überrascht gewesen, hätten ihn dann aber begeistert unterstützt. Angst vor der eigenen Courage hat Ecke zumindestens am Freitag nicht mehr: "Jetzt ist es ja doch zu spät." Die Schwestern Urbschat veröffentlichen übrigens noch dieses Jahr einen Bildband "Starke Männer".

BERLINER ZEITUNG/MIKE FRÖHLING Stefan Ecke will sich mit Eigen-Werbung zu einem Job durchboxen.

Quelle: Berliner Zeitung vom 21.06.03

 

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